Noch 30 Tage: Was muss ich alles mitnehmen?

Hallo Freunde des lustigen Runden drehens,

der Termin rückt nun unaufhaltsam näher, der Countdown-Counter auf der Website zeigt jetzt nur noch 30 Tage, und diejenigen, die sich das erste Mal an einem Backyard versuchen, stellen sich sicherlich die Frage: was brauche ich denn eigentlich alles?
Sucht man aktuell auf Social Media zu Tipps und Tricks für den ersten Backyard, sieht man Menschen, die viele hunderte Euro ausgeben und am Ende eine Ausstattung haben, mit der sie wochenlang autark irgendwo in der Wildnis überleben könnten. Wer das möchte, kann das natürlich gerne tun, meistens ist es aber unnötig.

Hier eine, ein klein wenig angemessenere Vorschlagsliste:

Wer sich an 1-3 Runden versuchen will – also bis etwa Halbmarathon unterwegs sein will – braucht in der Regel nur dem Wetter angemessene Sportklamotten und Laufschuhe und je nach Bewölkung noch einen Sonnenschutz. Darüber hinaus sollte die Standardverpflegung vor Ort ausreichend sein.

Auch für Startende, die 4-6 Runden versuchen wollen, also fast bis zum Marathon gehen, brauchen in der Regel nicht viel mehr. Vielleicht noch ein paar Wechselklamotten und ggfs. je nach Wetterlage auch noch Klamotten für andere Wetterbedingungen. Für die Verpflegung empfiehlt sich noch das ein oder andere eigene Gel, es dürfte aber auch die Standardverpflegung vor Ort ausreichen. Bedenkt, dass ihr bei vier bis sechs Stunden eure Speicher vermutlich komplett leert, achtet darauf, dass ihr permanent Energie zuführt, nicht erst, wenn ihr Hunger oder Durst bekommt – außerdem bitte genug trinken und nicht nur Wasser. Wer viel schwitzt und dabei auch Salzkrusten an den Klamotten hat, der braucht ausreichend Elektrolyte. Das ist extrem wichtig! Also ordentlich verpflegen und ggfs. Salztabletten nehmen (spreche da aus Erfahrung, weil ich da so ein Kandidat bin).

Bei denjenigen, die 7-12 Runden anpeilen, sich also im Ultrabereich bis 50 Meilen bewegen, gehe ich davon aus, dass sie wissen, was sie tun und schon so viel Erfahrung haben, dass sie wissen, was sie wann und wie zu sich nehmen müssen. In der Regel hat man dann auch die eigenen Gels und Riegel dabei, mit denen man gute Erfahrungen gemacht hat. Außerdem haben einige in dieser Kategorie Laufwesten dabei, in denen sie ihre Verpflegung dann auf die Strecke mitnehmen können, sowie Trinkflaschen oder Flasks. Weitere Wechselklamotten und bei Bedarf auch nochmal ein zweites Paar Schuhe können nicht schaden.

Für 13 bis 24 Runden ist die Stirnlampe Pflicht, auch wenn die Stolpergefahr auf der Strecke gering ist, möchte ich, dass ihr gut seht und ihr auch gut gesehen werdet, falls sich doch auch mal nachts ein Fahrzeug auf die Strecke verirrt. Denkt dran, dass die Temperatur in der Nacht runter geht, ihr schon viele Stunden Anstrengung hinter euch habt und ihr deshalb viel schneller friert. Also auch Klamotten für kühlere Temperaturen mitnehmen und je nachdem, wie schnell ihr die Runden lauft, erweist sich auch ein Kälteschutz für die Pausen als hilfreich (diese Gold/Silber-Plastikdecken, die man aus dem Verbandkasten kennt). Für die Nacht und die aufkommende Müdigkeit nimmt der ein oder die andere noch gerne Koffeingels. Manche haben auch ein kleines Feldbett und einen Pavillon dabei und machen entsprechend Power-Naps.

Für alles über 24 Stunden (wir haben dieses Mal wieder einige tolle Menschen dabei, die das schon mal geschafft haben – oder schaffen wollen) gibt es keinerlei Handbuch. Hilfreich ist da noch eine Person, die einen unterstützt. Wer gut organisiert ist, bekommt das aber auch alleine hin.

FÜR ALLE GILT ABER: hört auf die Signale eures Körpers und ignoriert sie nicht! Wenn der Schmerz zu groß wird, hört man zwingend auf und nimmt keine Schmerztablette! Dafür gäbe es von mir (siehe Teilnahmebedingungen) auch direkt ein DSQ. Denn auch wenn in den letzten ein bis zwei Jahren – gerade auf Social Media – etwas anderes suggeriert wird: der Körper braucht einige Jahre an Zeit um sich an extreme Ultrabelastungen zu gewöhnen – und ihr braucht zudem Erfahrung, was euer Körper unter Belastung wie an Energie und Elektrolyten braucht. Das geht nicht von heute auf morgen, das ist ein stetiger Lernprozess. Ihr müsst nicht gleich beim ersten Backyard die 100 Meilen anpeilen, wenn ihr zuvor noch nie 100km am Stück gelaufen seid. Steigert euch langsam. Der erste 10er, der erste Halbmarathon, der erste Marathon, der erste Ultra, der erste 50 Meiler, die ersten 100km usw. – euer Körper wird es euch danken.

Für nach dem Rennen stehen die Duschen im Vereinsheim bereit. Duschsachen und Klamotten für danach sollten also alle dabei haben.
Ich freue mich und bin schon einmal gespannt, wie oft ich euch alle wieder auf die Strecke schicken darf…

Sportliche Grüße
Daniel