Ziele der Veranstaltung
Es gibt in Deutschland mittlerweile eine Reihe von Backyard Ultra Veranstaltungen und obwohl alle die gleichen Wettkampfregeln befolgen, hat jede Veranstaltung einen eigenen individuellen Charakter, ein eigenes Publikum und unterschiedliche Ziele.
Das ist gut so, die Welt ist bunt und sie muss auch bunt sein!
Während die eine Veranstaltung auf maximale mediale Aufmerksamkeit abzielt, die andere maximale Bestleistungen sehen möchte, eine weitere eine möglichst herausfordernde Strecke zum Quälen bietet, gibt es auch welche, wo es einfach nur darum geht, miteinander zu laufen, Spaß zu haben und nette neue Leute zu treffen (oder alte Bekannte wieder zu sehen).
Für den TCW Backyard Ultra habe ich deshalb folgende Ziele definiert:
Ziele TCW Backyard Ultra
Menschen zum Laufsport animieren – Läufer zum Weiterlaufen
Bewegung tut dem Menschen gut. Laufen ist Bewegung und zudem ist Laufen so ziemlich die unkomplizierteste Sportart, die es gibt: einfach Schuhe an und es kann direkt vor der eigenen Haustür losgehen, ohne jeglichen Zeitverlust. Man kann sich auspowern und den Alltagsstress dabei wunderbar abbauen. Ich freue mich über jeden Menschen, der durch den TCW Backyard Ultra motiviert wird, mit dem Laufen anzufangen.
Für Menschen, die bereits regelmäßig laufen ist es das ideale sichere Umfeld um sich an längeren Strecken zu versuchen und diese erstmals in ihrem Leben zu bewältigen: der erste Halbmarathon, der erste Marathon, der erste Ultra. Und wer weiß, vielleicht erwächst ja nach dem ersten Marathon bei einem Backyard im Anschluss dann auch das Ziel einen Marathon auf Bestzeit bei einer großen Veranstaltung zu laufen.
Das familiäre Miteinander steht im Vordergrund – das positive Gefühl
Das was mich persönlich am meisten bei den Backyards freut, ist die Community, die familiäre Atmosphäre, die bei solchen Veranstaltungen vorherrscht. Hier treffen verschiedenste Menschen aus allen möglichen Bereichen zusammen, die allesamt Freude an Bewegung haben und mit denen man sich wunderbar nett unterhalten kann, so als würde man sich schon ewig kennen. Es ist egal, woher man kommt, wie man sich kleidet, wie man sich identifiziert, usw. – wir sind alle vereint im Spaß an der Bewegung in der Natur und dem Ziel über sich hinaus zu wachsen. Da werden in kürzester Zeit aus Fremden Freunde und man motiviert sich gegenseitig, man hilft sich gegenseitig mit Dingen aus, an die der oder die andere nicht gedacht hat. Ob Gel, Regenjacke, Sonnencreme, Stirnlampe, Massagepistole, Powerbank, etc. – egal was, es wird geteilt, um den anderen ebenfalls zum Weitermachen zu motivieren.
Am Ende des Tages soll jede Person mit einem positiven Gefühl nachhause gehen, egal, ob es ist, weil man einen oder mehrere tolle Tage mit tollen Menschen verbracht hat oder weil man persönlich über sich hinaus gewachsen ist und etwas geschafft hat, was man selbst niemals für möglich gehalten hat.
Gemeinsamer Erfolg vor persönlichem Erfolg
Beim Backyard geht es darum, seine eigenen individuellen Grenzen auszuloten, nicht darum, andere zu besiegen. Da der Wettkampf immer genau eine Runde nachdem der Vorletzte oder die Vorletzte ausgestiegen ist, endet, muss man, um persönliche Grenzen ausloten zu können, auch immer andere haben, die mitziehen. Deshalb ist es wichtig, dass man andere zum Weitermachen motiviert, dass man mit wertvollen Tipps weiterhilft oder auch wenn jemand Probleme hat, sich um die Person kümmert, auch wenn das vielleicht die eigene Strategie oder gar den eigenen Wettkampf gefährdet. Der gemeinsame Erfolg aller Teilnehmenden ist wichtiger, als der individuelle Erfolg.
Gesundheit hat oberste Priorität – Höre auf deinen Körper
Um Höchstleistungen zu erbringen, über sich hinaus zu wachsen und Grenzen zu verschieben, ist es wichtig, dass der Kopf sich über den Körper hinweg setzt und nicht auf ihn hört – das ist zwar nicht immer 100%ig gesund, aber notwendiges Übel um über sich hinaus zu wachsen. Es gibt aber auch in solchen Situationen Signale des Körpers, die man nicht ignorieren darf, weil sie zu ernsthaften Problemen führen können. Bspw. ist Schmerz ein guter Indikator. Der Körper selbst hat Möglichkeiten, den Schmerz zu betäuben, reichen diese eigenen Möglichkeiten aber nicht mehr aus und wird der Schmerz zu groß, hat das einen Grund und man sollte in diesem Falle auf ihn hören und entsprechend den Wettkampf beenden. Keinesfalls sollte man mit Schmerzmittel hantieren, das kann unter einer solchen Belastung lebensgefährlich werden. Deshalb sind Schmerzmittel während des Wettkampfs auch verboten (siehe Teilnahmebedingungen). Hört tief in euch hinein und lauft nur los, solange ihr es noch vertreten könnt. Wenn ich den Eindruck habe, dass eine weitere Runde für euch zu ernsthaften Problemen führen kann, dann nehme ich euch aus dem Rennen. Da gibt es keinerlei Diskussion!
Wettkampfformat bekannter machen und Neulingen den Einstieg ermöglichen ohne Berührungsängste
Und last but not least geht es beim TCW Backyard Ultra darum, dieses tolle Wettkampfformat ohne Ellenbogenmentalität bekannter zu machen; auch als Gegenentwurf zum aktuellen Zeitgeist, wo zunehmend jeder sich selbst der nächste ist.
Deshalb möchte ich auch weiterhin versuchen, die Startgebühren niedrig zu halten, so dass jeder sich eine Teilnahme leisten kann und dass jeder, egal ob er oder sie nur ein oder zwei Runden versuchen möchte, weitere um sich herum hat, die eben das gleiche Ziel haben. Des weiteren möchte ich weiterhin, dass möglichst viele Leute mitmachen, die noch nie zuvor bei einem Backyard waren.
All das kann nur mit einem Einladungslauf halbwegs sichergestellt werden. Und deshalb bleibt der TCW Backyard Ultra auch weiterhin ein reiner Einladungslauf.
